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Die Geschichte des Dorfes Schmechten

Seit der Gebietsreform 1970 ist Schmechten ein Stadtteil der Stadt Brakel. Der Ort liegt auf einer Höhe von 210 m bis 260 m ü. NN. 

Schmechten wird erstmalig urkundlich erwähnt auf der Provinzialsynode zu Worms im Jahre 868. Die Kaiserurkunde ist als Nachbildung in der „Metbrunnenhalle“ aufgehängt. Aus den alten Namen „Smathie“ oder „Smathium“ hat sich der heutige Dorfname entwickelt. Eng verbunden war Schmechten immer mit dem Stift Neuenheerse, dem man zur Abgabe des Zehnten verpflichtet war. Besonders vom 7-jährigen Krieg wurde Schmechten hart getroffen. Auf den Durchmärschen der Franzosen wurde geplündert und geraubt, so dass, wie die Chronik berichtet, am Ende des Krieges nur noch ein Pferd und eine Kuh in Schmechten vorhanden waren.

Schmechten war von jeher ein von der Landwirtschaft geprägtes Dorf. Neben vielen Betrieben des Vollerwerbs gab es auch einige Betriebe im Nebenerwerb. Dazu kamen einige Handwerker wie 2 Schneidermeister, einen Malerbetrieb, einen Dorfladen, eine Gastwirtschaft, einen Schmied, eine Tischlerei, Elektriker und mittlerweile in 3. Generation einen Holzschuhmacher und einen Gartenbaubetrieb mit Bestattungen, der leider auch demnächst schließt. Diese alten Handwerksbetriebe sind bis auf wenige Ausnahmen vollständig aufgegeben worden. Das Bild in der Landwirtschaft hat sich völlig gewandelt. Da nur noch große Betriebe im harten Wettstreit, besonders im Preiskampf in der Landwirtschaft, eine Chance haben, sind davon nur noch einige wenige übriggeblieben, die von der eigenen Betriebsgröße und gepachtetem Land leben. Erfreulicherweise gibt es in der Neuzeit auch wieder einige Handwerksbetriebe. Leerstände an Häusern sind noch nicht zu verzeichnen. Aufgegebene Häuser wurden relativ schnell wieder verkauft. Zurzeit gibt es nur einen Leerstand.

Wie in allen Dörfern ist eine Überalterung der Bevölkerung festzustellen. 2022 gibt es 21 Personen über 80 Jahre. Viele junge Leute sind in den 70er und 80er Jahren auch aufgrund ihrer Schulbildung weggezogen und haben woanders eine Bleibe gefunden, zumal es auch keine Bauplätze gab.

Seit einigen Jahren ist vermehrt ein Zuwachs von jungen Familien festzustellen, die durch Neubauten z.B. in der Neuenheerser Straße das Dorfbild bereichert haben. Seitdem gibt es auch wieder Kinder in Schmechten. Seit 2005 gibt es ein Baugebiet in der Fillerkuhle an der Straße nach Dringenberg, wo von 8 Bauplätzen 4 bebaut sind. Arbeitsplätze gibt es nur einige wenige im Dorf, durch die Anbindung der B 64 neu an das Dorf (Auffahrt in 3 km  Entfernung) wird es den Pendlern leichter gemacht, zügig Brakel, Bad Driburg, Paderborn und Höxter zu erreichen. Eine Ausnahme bildet noch der Abschnitt Hembsen – Höxter auf alter Strecke, der seit über 30 Jahren in Planung ist, aber wohl nie realisiert wird.

Heute hat der Ort ca. 210 Einwohner, 1970 waren es noch 278. Die größte Einwohnerzahl gab es 1843 mit 331 Bewohnern.

Schulneubaten wurden 1749 und 1893 wurden jeweils neue Schulgebäude errichtet. Dieses Gebäude wurde 1962 erneuert und erweitert, wodurch jedoch nicht verhindert werden konnte, dass diese 1968 geschlossen wurde. Die größte Schülerzahl gab es 1944 mit 89 Kindern, 1967 waren es nur noch 39. Es gab bis dahin immer noch einen Lehrer, der in der darüberliegenden Dienstwohnung zu Hause war. Danach gingen die Kinder zunächst nach Herste zur Grundschule und zu weiterführenden Schulen in Brakel, später zur Grundschule und zum Kindergarten nach Gehrden und heute zu den Kindergärten der Umgebung, die Grundschüler zur Grundschule in Dringenberg. Nach 1968 wurde das Schulgebäude zu einer Tagesstätte für Geistigbehinderte der Lebenshilfe umfunktioniert, ab 1990 wurde durch einen An- und Umbau die „Metbrunnen-Halle“ errichtet als Dorfmittelpunkt für gesellige Veranstaltungen aller Art. Die Halle wurde mit Geldspenden der Schmechtener, der Stadt Brakel, der örtlichen Firmen und des Kreises finanziert. Dazu kam enorme Eigenleistung der Schmechtener Bevölkerung, die der damalige Stadtdirektor Mönnikes dem Ort nicht zugetraut hatte. Die Lehrerwohnung wird immer wieder als Wohnung für Asylbewerber zur Verfügung gestellt.

Kirchlich bildete Schmechten eine Pfarrei mit Herste und Istrup. Nach Errichtung des Pfarrverbundes Brakeler Bergland 2005 wird der Ort von Brakel mitbetreut. Die Pfarrvikarie wurde an einen Schmechtener Bürger verkauft, ein Anbau an die Sakristei an der Ostseite der Kirche dient als Versammlungsraum für die kirchlichen Gremien. Die Pfarrkirche aus dem Jahre 1908, die an der Stelle der alten romanischen Kapelle aus dem Jahre 1000 gebaut worden war, wurde Ende der 90er Jahre umfassend innen und außen renoviert.

Größter Verein im Ort ist die Schützenbruderschaft, daneben gibt es noch die „Freiwillige Feuerwehr“, den Verein zur Förderung des Hallenbaus, der die „Metbrunnen-Halle“ verwaltet, die kfd Schmechten, den Tanzsportverein Schmechten, die Jagdgenossenschaft, die KLJB und natürlich Kirchenvorstand und Pfarrgemeinderat.

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